Beiträge von Tosca

    In der ARD-Mediathek haben wir gestern "Brexit" gefunden. Wie konnte es dazu kommen, wer hat wie wen manipuliert? Ein Lehrstück, wie es um den freien Wählerwillen bestellt ist.

    Benedict Cumberbatch*) als Spin-Doctor der Leave-Kampagne:

    Trailer:

    Gute BBC-Produktion, man versteht noch besser, wer von den Superreichen dahinter steckt, wer die Kampagne finanziert hat (Mercer, der auch Donald Trump unterstützt hat, und beide wiederum Boris) und warum Boris die BBC zerstören will.


    *) Sherlock, The Immitation Game, 1917

    (über den dichter georg trakl- mit dem durfte ich mich im abi rumschlagen)

    Jetzt noch mein ganzes Mitgefühl!


    Da ich alle "Allmen und...." Bände gelesen habe, war ich auch die Verflimung gestern in der ARD gespannt. Und schwer enttäuscht. !.) ist dieser Heine Ferch als Allmen ein pleitegegangener Schnösel und nicht der scheinadelige aber immmerhin überzeugende Gentleman mitgehobener Lebensart und Witz des Allmen aus den Büchern, 2.) lebt dieser schon lange nur noch im Wintergarten seines verkauften Anwesens und nicht in einer großartigen Stadtvilla mitten in Zürich, das gibt dem Ganzen einen ganz falschen Anstrich, 3.) nimmt seinem Diener niemand den Südamerikaner ab, 4.) fährt Allmens Taxiunternehmen keinen Mercedes sondern einen amerikansichen Oldtimer - deshalb ist er nämlich Allmens Fahrer. Fazit: sehr unbefriedigend, diese Verfilmung - und wieso halten eigentlich alle Heino Ferch für einen tollen Schauspieler? In "Kuhdamm" war er der Professor, und auch da hat er, wie jetzt in Allmen, ein sehr begrenztes Repertoire an Mienenspiel und Ton gezeigt.

    Der geht mir immer öfter auf die Nerven mit seinen immer öfter wenig reflektierten, aber mit tiefster Überzeugung vorgebrachten "Ansichten". Immerhin tritt Lisa Eckhart bei ihm manchmal auf - aber die ist auch nicht jedermans Sache :whew::wink:.

    Kudamm 63 - das war die Zeit unserer Jugend. Ich glaube, die Männer sehen sich die Serie wgen der Autos an und wir Frauen, weil wir uns wieder an die Mode und die Einrichtungen damals erinnern. Fast hätte ich gestern gewettet, dass es Evas Haarschnitt 1963 noch nicht gegeben hat, frau trug Dauerwelle - ich hätte verloren. Vidal Sassoon hatte tatsächlich schon den Bob wiederbelebt! (Blond steht übrigens mMn Eva gar nicht :mmm:)

    Wir haben den Vorgänger von "House of Cards" in der arte-Mediathek entdeckt und die ersten beiden Staffeln angeschaut. Es ist die Fassung der BBC ausgeschätzt (der Mode nach) aus der Maggie Thatcher Ära?

    Zitat

    Achtung, Kultserie! Lange vor David Finchers Remake von "House of cards" mit Kevin Spacey gab es die englische Originalserie von Andrew Davies. Ian Richardson als der Mann mit trügerischem Charme, der zu allem bereit ist, wenn es um die Eroberung und Ausübung von Macht geht.


    https://www.arte.tv/de/videos/RC-020451/house-of-cards/

    Das kannst du gerne tun. Ich habe sie sehr! ermuntert, und sie hat inzwischen den Absprung in die berufliche Selbstständigkeit als freie Malerin gewagt . Sie ist gerade dabei sich als auch als Mallehrerin bei boesner und artist-travel ein zweites Standbein zu schaffen.

    Ich freue mich, dass ihr die Ausstellung "besucht" habt. dann hat sich die Arbeit ja gelohnt. Man kann übrigens auch einen Kommentar dazu direkt im Anschluss an die Bilder auf der Website schreiben.

    Eine der Schwierigkeiten war, dass tatsächlich die meisten der KV-Mitgleider nicht in der Lage waren, ihre Bilder selber so zu fotografieren, dass man sie auch online gut präsentieren kann - ihr könnt daraus vermutlich leicht auf das Durchschnittsalter der Beteiligten schließen? :happy: Also mussten zwei von uns erst noch einmal losziehen und Aufnahmen machen.

    Das Einstellen war durchaus auch eine Herausforderung, da ja ganz unterschiedliche Formate eingereicht wurden, von 100 x 120 cm bis 30 x 40 cm, dazu eine Installation und ein Filzobjekt. Manche bestanden dann auch noch auf eine gewisse Reihenfolge ihrer Arbeiten - auf dass der tiefer Sinn sich auch wirklich erschließe! :lipssealed: Für die Beurteilung der Arbeiten muss man auch wissen, dass jede/r, der/die Mitglied im KV ist, das Recht hat, an der Jahresausstellung teilzunehmen, eine Bewertung der eingereichten Arbeiten findet höchstens durch das Publikum statt.



    caro: nein, "verpinselt" habe ich nicht, aber viel Farbe, ja, und die verspachtelt. Wir könnten uns ja den Spaß machen und ihr versucht zu erraten, welche Bilder von mir sind - ich vermute mal, meinen richtigen Namen kennt eh fast schon jede/r hier?

    Angie: tatäschlich will kaum einer etwas zu seinen Arbeiten sagen - ich denke aber auch, dass sie sich im Prinzip von selbst erklären? Vielleicht das Filzobjekt nicht so ohne Weiteres? Hier dürfen Vermutungen geäußert werden! :hi:. Das fände ich interessant!

    Coronabedingt kam es im November nicht zur üblichen Jahresausstellung des Bramscher Kunstvereins in der real exisiterenden Welt. So hat sich der Vorstand des KV entschlossen, die zur Ausstellung eingereichten Arbeiten wenigstens virtuell auf der Website des Kunstvereins auszustellen.

    Das Thema war 2020 verhältnismäßig leicht zu bearbeiten gegenüber 2019 ( 70 Jahre Grundgesetz). Wasser-Wind-und Wellen. Wenn ihr Lust habt euch anzuschauen, wie an des Thema heran gegangen wurde :

    https://www.bramscher-kunstver…le-jahresausstellung-2020

    Wir wollten auch erst "Stubbe" gucken - aber wir fanden wieder einmal, dass seine Tochter eine so grottenschlechte Schauspielerin ist...und haben dann die zweite Variante von "Feinde" geguckt - Gegen die Zeit. DAS ist ein Schauspieler - Klaus Maria Brandauer!

    Braucht man nicht manchmal eine "Theorie" um zum richtigen Handeln befähigt zu sein?

    Was dachte er sich dabei, wo doch die Gesetzeslage eindeutig ist und er nicht der Gesetzgeber ist?


    Interessante Frage! Ich vermute, dass er 1. den Mitarbeiter aus der Verfolgung nehmen wollte, dass er aber 2. den Verstoß gegen geltendes Recht für sich billigend in Kauf genommen hat, weil er meinte, das Kind noch lebend finden zu können und sich eine Art übergesetzliche Notlage zuerkennen zu können. Und 3. wollte er vielleicht einer Anzeige von anderer Seite zuvorkommen und eine gesellschaftliche Diskussion anstoßen, vielleicht sogar eine eindeutige Klärung der Rechtslage für zukünftige Fälle.

    Er ist ja verhältnismäßig glimpflich davon gekommen - was mMn die ganze Ambivalenz eines solchen Falles zeigt. Natürlich kann nach Recht und Gesetz sein Vorgehen auf keinen Fall gebilligt werden, er kann sich nicht auf einen Notstand berufen - aber andererseits kann man sein Vorgehen unter den Umständen und mit seinen Gründen auch verstehen.:denken-smilie_011:

    Das der Täter frei gesprochen wurde, war für mich ein Unding.

    Was mag in den Eltern des armen Opfers bei diesem Urteil vorgegangen sein?

    Das war der Knackpunkt: da das Geständnis -wobei ich nur mitbekommen habe, dass er das Versteck verraten hat, aber nicht die Täterschaft zugegeben- unter Folter/Zwang erfolgt ist, darf es bei Gericht nicht verwendet werden. Der Angeklagte hat sein Geständnis widerrufen und schweigt zur Sache, was er darf. Dem Gericht sind also die Hände gebunden, wenn nicht wirklich belastbare Beweise vorgelegt werden. Und die hatte der Ermittler offensichtlich nicht.

    Mein Fazit: Folter oder Androhung von Folter geht in unserem Rechtsstaat gar nicht,

    Das sehe ich auch so. Aber machen wir uns nichts vor: wir können nur ahnen, was Geheimdienste (und Polizei) überall auf der Welt so treiben, auch in vorgeblich demokratischen Ländern.

    Auch in Deutschland.

    Was aus einem Rechtsstaat wird, der sich auf Ausnahmen einlässt, wie bspw. die USA im Fall der Terrorbekämpfung auf das water boarding, ist daselbst zu studieren.

    Es ist also ein Dilemma, das nur schwer zu ertragen ist - und ich frage mich, ob wir im Fall des Falles nicht klammheimlich hoffen würden, dass sich jemand "opfert" - also so handelt, wie wir eigentlich gerne handeln würden aber nicht dürfen oder uns zähnenirschend nicht trauen... Und dann die Konsequenzen auf sich nimmt.


    Was mich sehr gestört hat an diesem Fernsehfilm war, dass er sich um billiger Dramatik willen nur wenig an den tatsächlichen Fall gehalten und vereinfacht hat.

    Im Fall Jakob von Metzler wurde der Junge gleich nach seiner Entführung vom Entführer Magnus Gäfgen in seiner Wohnung erstickt. Der Entführer wurde bei der Geldübergabe von der Polizei gefasst und behauptete, der Junge lebe noch.

    Im Verhör kommen die Beamten nicht gegen Gäfgens Schweigen an, sie gehen davon aus, dass der Junge noch lebt, und die Zeit läuft ihnen davon. Es ist dann nicht ein Ermittler, der mit sich ringt (das fand ich übrigens phantastisch gespielt) und schließlich zur Gewalt schreitet, nachdem sein Antrag auf verschärftes Verhör abgelehnt wurde, es war Frankfurts Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner selbst, der dem Ermittler die Anweisung gab, Gäfgen mit Gewalt zu drohen.

    Er schreibt dann einen Aktenvermerk über diese Anweisung an einen Untergebenen:
    "Zur Rettung des Lebens des entführten Kindes habe ich angeordnet, dass Gäfgen nach vorheriger Androhung unter ärztlicher Aufsicht durch Zufügung von Schmerzen erneut zu befragen ist."

    und er informiert auch die Staatsanwaltschaft.

    Und das ist für mich ein entscheidender Unterschied! Es war kein Untergebener, der eigenmächtig gehandelt hat, er soll, im Gegenteil, Bedenken dagegen angemeldet haben.

    Der Täter konnte seine Tat gar nicht mehr leugnen, er war überführt.

    Und Der Polizei-Vizepräsident macht seine rechtlich nicht zu rechtfertigende Entscheidung und Anordnung umgehend selbst publik. Er nimmt den Untergebenen aus der Verantwortung und er will eine öffentliche Diskussion um diese Thema und ist bereit, die Konsequenzen zu tragen.

    ich denke, wenn der Kriminalbeamte statt zu Foltern, korrekt nachgeforscht hätte, wäre dies mit Sicherheit auch zielführend gewesen.

    In welcher Hinsicht hätte er das können? Der mutmaßlliche Täter hüllte sich in eine Art schweigen, das vom Ermittler als ihn verhöhnend empfunden wurde. Das war je das Dilemma, in dem er steckte: er war überzeugt, dass er den Täter vor sich hatte, er wusste, dass sich der Täter überlegen fühlte, und er hatte kein INtrument mehr zur Hand, den Täter zum Reden zu bringen, die üblichen Verhörmethoden griffen bei ihm nicht. Jedenfalls nicht in der kurzen Zeit, die er noch zur Verfüfung hatte, um das Kind ev. noch lebend zu finden. Er braucht den Ort des Versteckes. Um jeden Preis!?

    An dem Entführungsauto waren keine Spuren zu finden, angeblich durch den Brand und das Wasser der Feuerwehr.

    Was ist mit der Motornummer und der Karosserienummer, die können meines Wissens nicht durch Brand und Wasser zerstört werden.

    Dazu kann ich nichts sagen, das weiss ich nicht. Aber letztendlich, was hätte sie genützt? Damit hatte er auch kein Druckmittel in der Hand, um den mutmaßlichen Täter dazu zu bringen, den Aufenthaltsort zu verraten, oder? Den Ermittlern läuft die Zeit davon - 36 Stunden haben sie angeblich bei einer Entführung, um das Opfer noch lebend zu finden.


    Im realen Fall übrigens hat der Ermittler, soweit ich weiß, nicht selbst körperliche Gewalt ausgeübt sondern "nur" mit Folter gedroht (was genauso verboten ist). Er soll dem Entführer Gäfgen zufolge gedroht haben, dass ein "spezialsit" bereits mit dem Hubschrauber im Anflug sei und dass er ihn ihn mit "zwei großen Negern in eine Zelle zu sperren würde, die an ihm Interesse hätten. Das bestritt Daschner, er habe nur an das Gewissen des Angeklagten appelliert.


    Im Fernsehfiml wird immer mit Art.1 GG gearbeitet: Die Würde des Menschen...usw.,

    der ja auch das Folterverbot bedingt. Keinem Menschen kann die Würde abgesprochen werden - folglich ist er unberührbar - was aber ist nun mit der Würde des Opfers?

    Vorausgesetzt wird mal wieder ein naiv-moralischer „Urzustand“ der Nichtjuristen im Publikum:

    Ich wünsche mir sehr eine Diskussion über dieses Schirach-Projekt! Und dann wir werden vielleicht sehen, ob es so etwas wie einen naiv-moralischen Urzustand der juristisch nicht vorgebildeten Zuschauer gibt. Wobei ich mich gerade frage, ob das ein anderer Ausdruck für das ist, was auch als "gesundes Rechtsempfinden" bezeichnet wird?

    Heute Abend im Ersten und parallel in den Dritten das Krimi-Drama von Ferdinand von SChirach "Feinde - gegen die Zeit". Der Stoff wurde schon einmal verfilmt und basiert auf der realen Entdührung des Bankier-Sohnes Jakob von Metzler 2002. Im laufe der Ermittlungen hat der leitende Ermittler der Sonderkommission, Woflgang Daschner, seinerzeit dem der Tat verdächtigen Magnus Gäfgen mit Folter gedroht, was rechtlich unzulässig ist. Er hat sich danach seinerzeit gewissermaßen selbst angezeigt und sich auf einen" entschuldigenden Notstand" berufen.

    Im Ersten kann man die Gerichtsverhandlung aus der Sicht des Staatsanwaltes verfolgen, in den Dritten -zeitgleich- aus der des Verteidigers. Die Programmmacher haben sich sicher etwas dabei gedacht? Man muss sich also für die eine oder die andere Version entscheiden und dann in der Mediathek nach-schauen oder aufzeichnen.

    .Den Filmtitel kann ich nicht einordnen.

    Ich denke mir, dass er damit zu tun haben könnte, dass Gerhard Richter sich immer geweigert hat, selbst etwas zu seinen Bildern zu sagen, was ich als eine sehr kluge Haltung empfinde. Er überließ und überlässt es immer anderen, seine Bilder "zu lesen" bzw. zu interpretieren und hüllt sich in (oft schmunzelndes) Schweigen. Motto: ich habe keine Botschaft und diese teile ich mit! Einmal sagte er auch, dass eine Bilder mehr von ihm wissen würden als er selbst.

    Henckel von Donnersmarck dagegen meint, dass in den Bildern sozusagen die Richtersche Lebens- bzw. Traumabewältigung zum Ausdruck kommt. Vermutlich weil dieser selber, als er mit seinen Schnappschussbilder immer berühmter wurde, darauf hinwies, dass darin Biografisches verarbeitet worden sein könnte. Im Nationalsozialismus Kindheit und Jugend, im Kommunismus erwachsen und Künstler werdend, in der Entfaltung durch die kommunistische Kunstauffassung so gehindert wie die Künstler der "entarteten Kunst" unter den Nazis, und im Kapitalismus dann zum angeblich teuersten lebenden Maler avanciert.

    "Das Leben der anderen" war ein großer Erfolg von F. H.v. Donnersmarck, ich finde jetzt diesen Film auch auf seine Art sehr sehenswert, wobei man sicher darüber streiten kann, ob die Bildsprache dem Thema immer gerecht wird.