Meine erste Romreise!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…
Ich natürlich auch – aber ich fürchte, dass meine Erzählung dazu ziemlich einseitig ist – natürlich niemals sachlich – häufig der Realität entbehrend – emotional übersteigert, etc., etc.


Folglich werde ich meine Fakten lediglich notieren – als Erinnerungsstütze bis nächstes Mal… dann findet nämlich eine Rom-Auffrischungstour statt.


Unser Hinflug gestaltete sich zwischenfalllos – im ersten Drittel mussten wir umsteigen – aber nicht in der Luft, dazu landeten wir für kurzweilige zwei Stunden in Frankfurt. Dort kaufte ich mir ein kleines Wasser für sage und schreibe 3,15 Euronen. „Die nehmen es von den Lebenden“!
In den vielen duty-free Läden lockten die Angebote – aber wir blieben standhaft, denn unser Sinn stand nach Höherem, Kostbarem aus der Antike!
Vorsorglich habe ich mir einen Reisegeldbeutel (für um den Hals hängen) zugelegt… denn wie mir Herr und Frau Google versicherte, befand ich mich auf dem Weg ins Land der Mafiosis, Halsabschneider und Klopfer… Krampfhaft hielt ich die Schlinge am Ende des Geldbeutels um den Hals fest – dessen (Beutel) Inhalt für eine Woche reichen musste. Niemand ging mir an den Kragen… Aufatmend registrierte ich, dass ich ja noch unter deutscher Flagge flanierte… obwohl Landsmänner und –frauen in der Minderzahl waren.
Sogar die Geschäfte priesen ihre Ware in ausländerischen Worten an, deren Sinn sich mir erst nach gewissenhaftem Grübeln erschloss… überall fand ich Hinweise, Schilder, Schriften, welche mit Sicherheit für die Chinesen bestimmt waren: Store, Sale, Duty free, Boardkarte, Charter, Cargo City, Airport, Last Minute, „Follow-the-Greens“ , Traffic Management, Terminal, Baby-Care-Lounge, Connect, Gate, Special Offer, Fast Lanes, Transfer Guide…
UPPPSSSS… wer von euch schnarcht hier so laut??? Seit ihr alle ausgestiegen???? Bin noch nicht fertig… hahaha…haaaabe noch nicht mal richtig begonnen!
Jetzt muss ich mich aber wirklich beeilen mit der Erinnerung – die verlässt mich nämlich momentan ziemlich schnelle. Meine Phantasie hat in meinem Leben das Oberwasser! Drum heißt es auch „lebhafte Phantasie“…
Jedenfalls flogen wir irgendwann nach drei Kaffees weiter – Richtung Ziel.

Als wir dort ankamen, war es Mittag und wir wollten auf dem schnellsten Weg ins Hotel. In Deutschland hat man uns darauf aufmerksam gemacht, AUF GAR KEINEM FALL ein schwarzes Taxi zu nehmen – das sind die Halsabschneider! Immer ein weißes Taxi wählen, denn diese wären gesetzlich dazu verpflichtet, den Touristengeldbeutel zu schonen!
Und wirklich, sobald der Blick eines Fahrers auf unsere Koffer fiel, verlangte er 20 Euro mehr und wir wussten, dass wir einen „ungesetzlichen“ vor uns hatten. Irgendwann saßen wir in einem großen Wagen und wurden Richtung Rom kutschiert. Beim Kolosseum blieb der Fahrer stehen und erzählte begeistert auf „Denglisch“, dass Kaiser Nero uns erwarten würde. Aber wir lehnten dankend ab… weiß doch jedes Kind seit dem Geschichtsunterricht, wes Geistes Kind Nero war… und wer damals schlief oder krank war, der konnte es in den Verfilmungen nachverfolgen und bestätigt mir sicher: Kaiser Nero war nicht sauber! Noch heute sehe ich ihn mit seiner Laute vor dem brennenden Rom sitzen und singen „Rom – mein Rom“ … ob er es aber selbst angezündet hat, weiß ich nicht… da habe ich geschlafen oder war krank (sh. oben).



Ok – da waren wir also auf seinen Spuren – das Gebäude war wahnsinnig groß und meine Müdigkeit auch. Kurz darauf ließ uns der Taxifahrer aussteigen und wir stellten erfreut fest, dass unser Hotel direkt beim Kolosseum stand.
Mir war eigentlich alles egal, solange ich nicht in den Gladiatorenunterkünften mein müdes Haupt niederlegen musste. Das Hotelzimmer war ok – im Hollydaycheck wurde besonders die hochwertigen Matratzen erwähnt und ich gedachte, diese unverzüglich zu testen. Das ist nämlich IMMER meine erste Amtshandlung am ersten Urlaubstag: Ich lege mein „Jetlag-Haupt“ darnieder und lasse meine Augen gewissenhaft mein Inneres betrachten.
„Nein, im Bett sterben die Leut“ – mit diesen Worten unterbrach Göga meine Bemühungen um Ruhefindung… und trieb mich an, schnell eine Katzenwäsche zu praktizieren und dann ginge es los!
Noch schnell ein Blick von der Dachterrasse des Hotels auf Neros Ex-Zuhause...

und dann ging es los... per Pedes!
..zielstrebig Richtung Antike!

Die Liebe will nichts von dem anderen, sie will alles FÜR den anderen. Dietrich Bonhoeffer

Kommentare 4

  • Gerade habe ich deine Romreise entdeckt, und lese sie nun mit Vergnügen.
    Irgendwie ist es schade, dass man oft nur durch Zufall auf die Blog´s stößt.

  • Danke liebe Hagy, liebe Seagull! Danke für euer Feedback und das Signal!



    Trampel-trampel-trampel… 32,32 Grad Sommer … und wir in der 4-Millionen-Stadt am Fuße des Wahnsinns (von Nero). Gerne hätte ich mich näher damit befasst, denn verrückte Menschen und Ideen haben es mir schon immer angetan – ich fühle mich dann so heimisch und authentisch.
    Allerdings stand das Kolosseum erst für zwei Tagen später auf dem Programm. Man muss nämlich wissen, dass unsere Manager für mehrere „Guides-Touren“ buchten: Punkto uno – Petro und sein Dom… das christliche Rom… und unmittelbar nach den Museen die Sixtinische Kapelle… Ein Besichtigungstermin war für das alte Römerreich reserviert – frei nach dem Motto: Rom sehen – und sterben. Meine Güte, soooo wertvoll kann mir kein Steinhaufen der Welt sein, dass ich für seine Besichtigung sterben möchte!!

  • bin gespannt , wie es weitergeht.
    ich war zweimal dort.....nur weil ich beim ersten besuch eine münze
    in den trevi brunnen geworfen hatte:wink:

  • Liebe Anita, gut angekommen seid ihr ja, aber nun warte ich gespannt auf weitere Berichte!